KI in der Startup-Analyse: So triffst Du schneller bessere Entscheidungen

11 Jan. 2026
Lesezeit 6 Minuten

Kennst Du diesen Moment: Es ist spät, Du hast „nur kurz“ ein Pitchdeck öffnen wollen – und zack, eine Stunde später hängst Du immer noch an Folie 12, weil irgendwo zwischen TAM, Team-Slide und „Wir sind einzigartig“-Behauptung plötzlich alles gleich aussieht.

Genau da wird KI spannend. Nicht als Zauberstab. Sondern als starker Co-Pilot, der Dir das Grobe abnimmt, damit Du Dich auf das konzentrieren kannst, was wirklich zählt: Gute Entscheidungen.

Lightweb Media steht für „Launch. Scale. Automate.“ – und genau so solltest Du auch Startup-Analysen denken: schnell starten, sauber strukturieren, wiederholbar machen.

Warum Startup-Analysen so oft nerven (und wo sie heimlich Zeit fressen)

Startup-Analyse klingt fancy. In der Realität ist es oft: lesen, googeln, vergleichen, wieder lesen, noch mehr googeln – und am Ende bleibt trotzdem ein mulmiges „Hmm…“.

Die typischen Zeitfresser:

Unstrukturierte Infos – überall und nirgends

Pitchdeck, Website, LinkedIn, Handelsregister, News, Kundenstimmen, Bewertungen, GitHub, App-Stores… Das ist wie ein Puzzle, bei dem die Hälfte der Teile unter dem Sofa liegt.

Viel Text, wenig Substanz

Startups sind Meister im „Wir revolutionieren…“. Nur: Womit genau? Für wen? Und warum kauft das jemand? Wenn Du das jedes Mal manuell rausziehen musst, verlierst Du nicht nur Zeit – Du verlierst Fokus.

Bauchgefühl dominiert, wenn es eigentlich um Klarheit geht

Je mehr Dealflow, desto eher passiert’s: Du entscheidest nach Sympathie, Mustererkennung oder Müdigkeit. Nicht, weil Du schlecht bist – sondern weil Dein Kopf irgendwann auf Energiesparmodus schaltet.

Wo KI heute wirklich hilft (ohne dass Du blind vertrauen musst)

KI ist bei Startup-Analysen am stärksten, wenn sie strukturieren, vorsortieren und sichtbar machen darf. Also genau das, was Menschen zwar können – aber nicht 50x am Tag.

Dealflow-Screening: schneller „Sortieren statt Schwimmen“

Statt jedes Startup von Null zu lesen, kann KI Dir helfen, Deals vorzusortieren: passend / unpassend, Thema A / Thema B, Risiken hoch / niedrig. Das ist wie ein Türsteher: nicht unfehlbar – aber verdammt nützlich.

Pitchdeck-Analyse: „Sag mir, was wirklich drinsteht“

Eine gute KI kann aus einem Pitchdeck die Kerndaten extrahieren und in Klartext übersetzen:

  • Problem / Lösung / Zielgruppe
  • Geschäftsmodell & Pricing
  • Traction-Signale (KPIs, Kunden, Wachstum)
  • Team, Rollen, fehlende Lücken
  • Offene Fragen (die auf keiner Folie beantwortet werden)

Das fühlt sich an, als würde Dir jemand beim Lesen die wichtigen Stellen markieren – nur eben in Minuten statt in einer Stunde.

Markt- & Wettbewerbscheck: schnell ein realistisches Spielfeld sehen

Viele Teams malen ihren Markt wie ein Fußballfeld ohne Gegner. KI kann Dir helfen, Wettbewerber, ähnliche Angebote und Markt-Narrative schneller zu finden – und vor allem: in eine Struktur zu bringen, die Du vergleichen kannst.

Red Flags & Widersprüche: das „Hä, warte mal…“-Radar

Ein unterschätzter Punkt: KI kann Aussagen gegeneinander halten. Beispiel: Im Pitchdeck steht „Enterprise“, auf der Website sieht alles nach Self-Serve aus, und auf LinkedIn ist das Team komplett B2C-lastig. Menschen merken das auch – aber KI kann solche Spannungen früh sichtbar machen.

Was die Studie sagt: LLMs können Venture-Screening massiv beschleunigen

Jetzt kommt der Teil, der richtig knallt: Eine aktuelle Open-Access-Studie hat untersucht, ob Large Language Models (LLMs) Venture-Capital-Screening verbessern können – nicht in der Theorie, sondern mit echten Daten.

Die Forschenden haben einen LLM-Agenten auf eine VC-Datenbank mit 61.814 Early-Stage-Ventures angesetzt. Ergebnis: Der LLM-Agent war 537-mal schneller als ein menschlicher VC-Analyst – ohne dass die Qualität der Kategorisierung schlechter wurde.

Spannend ist auch das Detail: Beim „Clustering“ (also Deals sauber in Gruppen zu sortieren) war die KI vergleichbar mit Menschen (ähnliche Silhouette-Scores). Bei der Trennschärfe und Kompaktheit der Cluster war sie sogar deutlich besser (u. a. gemessen am Calinski-Harabasz-Index).

Und die Studie setzt den Ton richtig: KI soll nicht ersetzen, sondern ergänzen – und könnte insbesondere kleineren Fonds helfen, weil sie Dealflow effizienter strukturiert und damit Eintrittsbarrieren senkt.

Die Grenzen: Wo Du KI in der Due Diligence nicht allein lassen solltest

Jetzt die klare Ansage: Wenn Du KI wie ein Orakel behandelst, wirst Du irgendwann auf die Nase fallen.

1) KI kann überzeugend falsch liegen

Modelle können „Dinge dazuerfinden“. Nicht aus Bosheit – sondern weil sie auf Plausibilität getrimmt sind. Darum gilt: Wichtige Aussagen immer gegenprüfen, besonders Zahlen, Referenzen, rechtliche Claims.

Ein guter Leitstern aus dem Risikomanagement: Quellen prüfen, Output verifizieren, Grenzen dokumentieren. Genau solche Maßnahmen werden auch in gängigen AI-Risikoprofilen empfohlen.

2) Datenschutz ist kein „später“-Thema

Pitchdecks enthalten oft sensible Infos. Sobald personenbezogene Daten oder vertrauliche Unternehmensdetails drin sind, brauchst Du saubere Prozesse: Zugriff, Speicherfristen, Verschlüsselung, Verantwortlichkeiten. Es gibt dazu inzwischen sehr konkrete Leitlinien, wie man Privacy-Risiken bei LLM-Systemen systematisch identifiziert und mindert – inklusive Bezug auf „Privacy by design“ und Sicherheit der Verarbeitung.

3) KI ist nur so gut wie Dein Rahmen

Wenn Du keine Kriterien vorgibst, bekommst Du „nice“ Texte – aber keine Entscheidungen. KI braucht Leitplanken: Was ist ein No-Go? Was ist nice-to-have? Was ist Dealbreaker?

So startest Du pragmatisch: 3 Schritte, die sofort wirken

1) Bau Dir eine feste Bewertungs-Struktur

Nicht kompliziert. Eher wie eine Checkliste, die Du immer wieder nutzt:

  • Team: Kompetenz + Ergänzung + Execution
  • Markt: groß genug + klarer Schmerz + Timing
  • Produkt: warum jetzt? warum besser?
  • Traction: echte Signale statt Folien-Rhetorik
  • Risiken: rechtlich, technisch, Go-to-Market, Abhängigkeiten

2) Lass KI zuerst „lesen und ordnen“

Gib Pitchdeck + Website + ein paar Links rein, und lass Dir daraus ein einheitliches Format bauen: Kurzprofil, Chancen, Risiken, offene Fragen.

3) Mach den Human-Check bewusst (nicht nebenbei)

Die KI liefert die Landkarte. Du machst die Entscheidung. Und zwar mit einem festen Ritual: Top-3 Behauptungen prüfen (Zahlen, Kunden, Markt), Top-3 Risiken bewertenTop-3 Fragen fürs Gründer-Call.

Venture Diligence: genau für diesen Job gebaut (ein Tool-Tipp)

Wenn Du das nicht als Bastelprojekt, sondern als klaren Workflow willst: Venture Diligence setzt genau hier an – mit automatischer Pitchdeck-AnalyseWebsite- & Social-Media-ChecksMarkt-/BranchenrechercheTeam- und Finanz-Analyse und einem strukturierten Investment-Memo als Ergebnis; dazu kommen u. a. „Widerspruchs-Erkennung“, Export (PDF/Word) und der Fokus auf DSGVO-konforme, verschlüsselte Verarbeitung.

Fazit

KI macht Startup-Analysen nicht magisch. Aber sie macht sie endlich wieder machbar. Sie sortiert Dir den Dealflow, zieht das Wesentliche aus Pitchdecks, zeigt Dir Widersprüche – und schenkt Dir das zurück, was in Investments am teuersten ist: Zeit + Klarheit.

Wenn Du das Thema sauber in Prozesse gießen willst: Schau Dir gerne unsere Seite zu KI-Lösungen an – und wenn Du das Ganze als Plattform/Workflow brauchst, ist Webentwicklung der zweite Hebel. Passend dazu findest Du in unserer Wissensbank auch praxisnahe Beispiele, wie wir KI in echte Workflows pressen.

Über den Autor

Joel Burghardt ist Geschäftsführer der Lightweb Media GmbH, einer Entwicklungsschmiede mit Fokus auf SEO, KI-Automatismen und performante Websites. Er unterstützt Unternehmen jeder Größenordnung dabei, ihre Sichtbarkeit durch programmatic SEO, KI-gestützte Prozesse und skalierbare Weblösungen signifikant zu steigern. Mehr über den Autor.

Joel Burghardt

Gründer von Lightweb Media