Joel Burghardt 4. September 2022 5 Minuten Lesezeit

Facebook ist noch immer das mitgliederstärkste soziale Netzwerk weltweit. Um mit den eigenen Followern oder potenziellen Interessenten in Kontakt zu treten oder Neuigkeiten zu teilen, kannst Du diese auf Facebook posten. Doch gerade um Facebook-Link-Posts ranken sich viele Mythen. Straft Facebook-Link-Posts wirklich ab? Welchen Einfluss haben Link-Posts auf die eigene Reichweite? Wir klären auf!

Was ist ein Facebook-Link-Post?

Bei Facebook kannst Du Posts erstellen, um so Deine Follower über bestimmte Themen zu informieren oder Neuigkeiten zu teilen. Dabei stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, wie Du Deinen Post gestalten kannst:

Was versteht man darunter?

Unter einem Link-Post versteht man einen Post bei Facebook, indem Du einen Link auf eine externe Webseite einbringst. Du möchtest mit Deinem Post also die Leser dazu animieren, auf den Link zu klicken und eine bestimmte Webseite zu besuchen. Da die Nutzer dadurch Facebook verlassen müssen, wird den Link-Posts oft nachgesagt, dass Facebook diese nicht mag.

Dementsprechend herrscht vielfach die Meinung, dass Link-Post durch den Algorithmus von Facebook abgestraft werden. In der Folge sollen Link-Posts eine geringere Reichweite erhalten. Mitunter herrscht sogar das Vorurteil, dass durch ein vermehrtes Teilen von Link-Posts Deine gesamte Facebook-Seite durch den Algorithmus abgestraft wird und dadurch weniger Reichweiter erzielen kann. So vereinfacht lässt sich das aber gar nicht sagen.

Will Facebook gar keine Link-Posts?

Das Geschäftsmodell von Facebook besteht nicht darin, eine kostenlose Social-Media-Plattform anzubieten und damit als kostenloser Traffic-Lieferant für andere Webseitenbetreiber tätig zu sein. Das Geschäftsmodell, mit dem Facebook sein Geld verdient, besteht in erster Linie daraus, Werbemöglichkeiten gegen Bezahlung anzubieten. Noch vor 2017 war es relativ einfach, über Facebook mehr oder weniger kostenlosen Traffic für die eigene Webseite zu bekommen.

Änderungen im Algorithmus von Facebook

Das war Facebook natürlich gewissermaßen ein Dorn im Auge, denn warum solltest Du bezahlte Werbung schalten, wenn Du Deine Follower auch mit kostenlosen Posts auf Deine Webseite locken kannst? Durch zahlreiche Änderungen im Algorithmus von Facebook wurden die Kriterien zur Ausspielung solcher Posts verändert. In der Folge reduzierte sich die Reichweite eigener Posts in dem Newsfeed anderer Personen immer weiter.

Vor allem Link-Posts erhielten dadurch immer weniger Reichweite. Einige vermuten, dass der Grund dafür zum einen ist, dass Facebook die Nutzer auf der eigenen Plattform halten und durch Links auf andere Webseiten schicken will. Denn je länger die Nutzer auf Facebook unterwegs sind, desto mehr lässt sich durch ausgespielte Werbung verdienen. Ein Grund ist auch, dass Seitenbetreiber auf Facebook indirekt gezwungen werden, bezahlte Werbung zu schalten, um Reichweite zu erzielen, wenn die kostenlosen Link-Posts diese Reichweite nicht mehr erzielen können.

Solltest Du heutzutage überhaupt noch Link-Posts auf Facebook veröffentlichen?

Einige selbst ernannte „Facebook-Experten“ empfehlen, auf Link-Posts gänzlich zu verzichten. Vielfach liest man, dass Facebook-Link-Posts vom Algorithmus „abgestraft“ werden und so keine nennenswerte Reichweite erzielen. So ganz richtig ist das aber nicht. Link-Posts können eine schlechte Reichweite haben, müssen es aber nicht zwangsläufig. Allein aus Angst vor einer „Abstrafung“ keine Links mehr zu posten, ist auf jeden Fall keine so gute Idee.

Facebook-Link-Posts richtig erstellen – so geht´s

Werbung ist das Hauptgeschäftsmodell von Facebook. Damit diese Werbung gut verkauft werden kann, müssen die Nutzer der Plattform diese regelmäßig besuchen und sich darauf wohlfühlen, sodass sie sich möglichst lange darauf aufhalten. Das ist der Grund, warum der Algorithmus von Facebook immer versucht, den Nutzern Inhalte in ihrem Newsfeed zu präsentieren, welche für sie interessant sein könnten.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, woher der Facebook-Algorithmus weiß, was für einzelne Nutzer interessant sein könnte. Die Antwort darauf ist relativ simpel: Der Algorithmus registriert jederzeit, wie sich Nutzer auf der Plattform (und auch darüber hinaus) verhalten und mit welcher Art von Beiträgen sie interagieren. Die Interaktionen können dabei ganz unterschiedlicher Art sein.

Schon allein das Anhalten beim Scrollen durch den Newsfeed bei einem bestimmten Post wird vom Algorithmus als eine niedrige Stufe der Interaktion erfasst. Dabei wird auch registriert, wie lange sich ein Nutzer mit diesem Post beschäftigt. Die höheren Stufen der Interaktion sind das Liken und Kommentieren des Beitrags sowie ein Klick auf ein Bild oder einen Link im Beitrag.

Und genau hier sind wir wieder bei Link-Posts. Auch diese können Interaktionen mit den Lesern herbeiführen, sofern sie relevanten Inhalt für diese bieten. Für Facebook und seinen Algorithmus sind Link-Posts also nicht per se etwas Schlechtes. Beinhalten Link-Posts auf Facebook relevanten Inhalt für die Nutzer, sodass diese damit interagieren, steigert das indirekt den Wert für Facebook. Auch wenn Nutzer durch Link-Posts auf andere Webseiten geleitet werden und damit Facebook verlassen, so bleibt in deren Gedächtnis doch, dass sie die für sich relevante Information erst durch Facebook gefunden haben.

Wichtige Kriterien für einen erfolgreichen Facebook-Link-Post

Wie bei allen Facebook-Posts sollte also insbesondere bei Link-Posts darauf geachtet werden, dass diese einen für die eigenen Follower und die potenzielle Zielgruppe einen nützlichen Mehrwert bieten. Nur so rufen die eigenen Posts Interaktionen hervor. Posts mit vielen Interaktionen werden vom Algorithmus als relevant und nützlich erkannt und erhalten dadurch mehr Reichweite.

Damit ein für die eigene Zielgruppe nützlicher Post erstellt werden kann, muss zunächst verstanden werden, welche Inhalte für die Zielgruppe einen Mehrwert bieten. Außerdem sollte verstanden werden, warum sich Menschen auf Facebook aufhalten. Zu den Hauptgründen zählen dabei:

Ein einfacher Post mit der Ankündigung „die neuen Produkte sind eingetroffen“ und einem Link zum eigenen Online-Shop wird wohl nur bei echten Hardcore-Fans der eigenen Marke funktionieren. Einen echten Mehrwert für die eigene Zielgruppe bietet er allerdings kaum, weshalb mit solchen Posts nur wenig interagiert werden wird. Viele Leser lieben hingegen Geschichten, weshalb Storytelling in Deinen Posts erfolgversprechend sein kann.

Um Interaktionen hervorzurufen, sollten also die Bedürfnisse der eigenen Zielgruppe bekannt sein und durch den Link-Post möglichst gut erfüllt werden. Bei der Erstellung eines erfolgreichen Link-Pots sollte also auf Folgendes geachtet werden:

Leser zu einem Klick auf den Link zu bewegen

Werden diese Punkte erfüllt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es der Post schafft die Leser zu einem Klick auf den Link zu bewegen.

Zusammenfassung zu Facebook-Link-Posts

Das vielfach verbreitete Vorurteil Facebook-Link-Posts sollten in der heutigen Zeit vermieden werden, weil diese durch den Algorithmus in ihrer Reichweite abgestraft werden, ist so allgemein nicht korrekt. Am Ende kommt es wie bei allem, was im Internet veröffentlicht wird, darauf an, welchen Nutzen der eigenen Post für den Leser hat. Nur Posts mit nützlichem Inhalt werden Interaktionen der User hervorrufen und können so ein wichtiger Teil Deines Digital Brandings sein. Und Posts mit Interaktionen werden vom Facebook-Algorithmus mit Reichweite belohnt, ganz gleich, ob es sich dabei um einen Facebook-Link-Post oder um ein süßes Katzenbaby-Bild handelt.

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