Joel Burghardt 4. Oktober 2022 5 Minuten Lesezeit

Um dynamische Websites in WordPress gestalten zu können, nutzt das CMS die Scriptsprache PHP. Diese wird stetig weiterentwickelt und ist inzwischen bei Version 8.1 angelangt. Eine zeitnahe Umstellung ist für Website-Administratoren ratsam, doch worauf ist dabei zu achten? Der folgende Beitrag liefert Dir einen ausführlichen Überblick über die Vorteile der neuen Version und einige Tipps, wie Du den Umstieg realisieren kannst.

Das Problem:

Hoster stellen teilweise automatisch auf PHP 8 um. Viele WordPress Instanzen sind nicht korrekt gewartet und somit mit der Umstellung nicht mehr funktionsfähig.

Wir stellen Dein System auf PHP 8 um

Was ist PHP?

PHP ist ein rekursives Akronym für Hypertext Processor. Es handelt es sich dabei um eine Scriptsprache, die insbesondere bei der Erstellung von dynamischen HTML-Websites zum Einsatz kommt.

Die meisten Content-Management-Systeme wie WordPress, Joomla, TYPO3 oder Shopsysteme wie Magento oder Shopware nutzen die beliebte Programmiersprache, um die entsprechenden Webinhalte im Browser darstellen zu können.

PHP ist ein Open-Source-Projekt, welches in regelmäßigen Abständen aktualisiert und verbessert wird. Etwa alle drei Jahre gibt es ein neues Major Release, bei dem grundlegende Funktionen ergänzt, verbessert oder erweitert werden.

PHP 8

Am 26. November 2020 war es so weit und das neuste Major Release – PHP 8.0 – wurde nach ca. vierjähriger Entwicklungszeit veröffentlicht. Seitdem wird PHP 8 stetig weiterentwickelt.

PHP 8: Was ist neu?

Mit der neuen Version wurde PHP um einige wesentliche Features erweitert. Diese sind für Anwender insofern interessant, als sie die Performance des Webprojekts verbessern können.

Hauptsächlich sind die Änderungen aber auf Entwickler abgestimmt.

In der folgenden Liste siehst Du einige Beispiele für die Neuerungen, die mit PHP 8.0 kamen:

Wichtige Argumente, die PHP-Version zu aktualisieren

Vornehmlich die bessere Performance, die optimierte Ressourcenverwaltung als auch die vereinfachte Fehlersuche und -behebung im Code sind für Dich als WordPress-Anwender gewichtige Argumente, die PHP-Version zu aktualisieren.

Gute Gründe auf PHP 8 zu aktualisieren

Da PHP ständig weiter entwickelt wird, stellen die Entwickler die Unterstützung älterer Versionen ein. Für die aktuellen Versionen werden regelmäßig Sicherheitspatches veröffentlicht, die Backdoors im Code schließen sollen.

Support endet

Der Support für die Version 7.3 durch die PHP-Entwickler wurde bereits am 06. Dezember 2021 eingestellt. PHP 7.4 wird voraussichtlich nur noch bis Ende 2022 unterstützt.

Wenn Deine WordPress-Website auf einer veralteten PHP-Version läuft, bekommst Du keine Patches mehr und Sicherheitslücken werden nicht mehr korrigiert. Hacker hätten dann ein leichteres Spiel in Deine Seite einzudringen und Daten zu stehlen oder die Website ganz zu übernehmen.

Die meisten Hosting-Provider kennen diese Gefahr, weshalb sie in der Regel auch nur aktuelle PHP-Versionen anbieten. Dies zwingt Dich automatisch zu handeln und Dein System zu aktualisieren, denn irgendwann steht Dir Deine PHP-Version nicht mehr zur Verfügung.

Doch es gibt auch einen anderen Grund für ein Update: Auch die Entwickler von WordPress sowie die Plugin- und Theme-Autoren steigen zunehmend auf PHP 8 um.

Sie sehen die Vorteile der neuen Version und wollen sie in ihre Apps integrieren. Zwar lassen die Entwickler den WordPress-Anwendern viel Zeit für den Umstieg und unterstützen auch weiterhin mehrere PHP-Versionen. Doch früher oder später ist ein Umstieg unumgänglich.

Was ist vor der Aktualisierung zu beachten?

Bevor Du PHP auf 8 aktualisierst, solltest Du prüfen, ob Deine Software mit der neuen Version kompatibel ist. Das erfährst Du entweder in den Detailangaben des Plugins im WordPress-Repository, oder Du fragst den Autor direkt. Selbiges gilt für die Themes.

PHP Compatibility Checker

Du kannst mit dem WordPress PHP Compatibility Checker vorab prüfen, ob Deine Plugins für PHP 8 ausgelegt sind.

WordPress selbst unterstützt PHP 8 ab der Version 5.6. Das CMS selbst ist jedoch schon ab Version 6 verfügbar. Wenn Du noch WordPress 5 benutzt, solltest Du dringend auf 6.0 oder höher aktualisieren, bevor Du ein Update der PHP-Version vornimmst.

Außerdem empfiehlt es sich, für alle Plugins und Themes ein Update durchzuführen. Damit wären Deine Apps auf dem letzten Entwicklungsstand und bestmöglich auf PHP 8 konfiguriert.

Bevor Du nun Deine Live-Seite aktualisierst, erstelle eine Kopie auf einem lokalen Server oder einer Testdomain. Dort kannst Du die Funktionsweise Deiner Seite nach der Aktualisierung testen, ohne dass es Auswirkungen auf Deine Live-Seite hat.

Einen lokalen Server auf der Basis des Apache HTTP Webservers kannst Du leicht über XAMPP einrichten. Lade Dir dafür die Installationsdatei mit der entsprechenden PHP-Version herunter und installiere den Server auf Deinem PC.

WordPress-Plugins wie UpdraftPlus oder Duplicator ermöglichen Dir, Deine Website schnell auf den lokalen Server zu migrieren, wo Du sie ausgiebig in der neuen PHP-Umgebung testen kannst.

Diese Tests sind wichtig, denn nur so kannst Du herausfinden, ob Deine Website vollständig mit PHP 8 kompatibel ist. Andernfalls könnte der Code brechen und Dein Webprojekt im schlimmsten Fall komplett ausfallen.

Test bestanden?

Läuft alles fehlerfrei, kannst Du Deine Live-Site umstellen.

Wir stellen Dein System auf PHP 8 um

Die Umstellung auf PHP 8

Bevor Du auf PHP 8 umstellst, erstelle ein Backup Deiner Website und sichere es außerhalb des Servers. Sollte doch etwas schiefgehen, bist Du damit schnell wieder online.

Verfügst Du über Root-Rechte Deines Servers, so führe auch eine Sicherung der Serverumgebung durch. Sind alle Backups safe, kann es losgehen.

Logge Dich in das Control-Panel Deines Hosting-Anbieters ein. Gehe dort zum Menüpunkt PHP-Einstellungen oder Server-Einstellungen. Wähle dort die Version 8.0 oder 8.1 aus.

WordPress: Umstellung auf PHP 8, das gilt es zu beachten Domain bei All Inkl PHP Version umstellen
Umstellung bei All-Inkl

Nun laufen alle Deine Web-Applikation, welche auf Du auf dieser speziellen Serverumgebung hostest, auf der neuen PHP-Version. Teste noch einmal Deine Live-Site. Solltest Du Fehler feststellen, kannst Du zu PHP 7.4 zurückkehren und dem Bug auf der Testumgebung nachgehen.

Fazit

Wie Du siehst, gibt es viele gute Gründe, auf PHP 8 umzustellen. Die Aktualisierung ist oftmals nicht schwer und erfordert nur wenige Klicks. Solltest Du dennoch Probleme oder Fragen haben, helfen wir Dir gerne weiter.

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