WP 5.6 – was sind die Neuheiten und Änderungen

WordPress – das einfache und elegante CMS – gibt es mittlerweile schon 17 Jahre lang. Regelmäßig werden neue Versionen herausgebracht und mit großartigen neuen Features ausgestattet. Nun ist die Version WP 5.6 endlich draußen und wir freuen uns Dich im folgenden Artikel damit bekannt zu machen. Der eine oder andere von euch hat sie bestimmt schon installiert, viele sind noch skeptisch und einige möchten sich noch genügend Auskunft und Informationen darüber beschaffen bevor sie sie installieren. Der folgende Beitrag wird Dich gründlich über die neuen Features in WP 5.6 aufklären und Dich über die Vorteile belehren. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Lesen und erwarten Dich schon bald bei WP 5.6.

Und dann kam WP 5.6

Eine neue Version sorgt immer für verschiedenste Reaktionen, sei es nun positive oder negative. Natürlich ist bei einem neuen Update immer mit diversen Komplikationen, Korrekturen, Änderungen und Erweiterungen zurechnen. Das sollte Dich aber nicht abschrecken, denn letztendlich sind dafür die Beta Versionen auch da. Möchtest Du die Beta-Versionen überspringen und gleich loslegen, teste einfach WP 5.6 in einer sicheren Umgebung, damit Du garantiert nicht Gefahr läuft, dass Teile Deiner Seite nicht richtig ausgespielt oder kaputt werden. Wichtig: Solltest Du direkt WP 5.6 auf Deiner Hauptseite installieren mache vorab ein Backup Deiner ganzen WordPress-Webseite. Nicht jedes Theme und nicht jedes Plugin ist anfangs noch kompatibel mit WP 5.6.

Die Neuheiten in der neuen Version WP 5.6

In der Tat gibt es viele Neuheiten im Bezug auf den Gutenberg Editor, WP 5.6 bietet aber weitaus mehr. Unter anderem gibt es auch ein neues Default Theme – Twenty-Twenty-One. Neben den Hauptfunktionen liefert WP 5.6 auch einen verbesserten Support für PHP 8.0, Anwendungspasswörter für Drittanbieter, automatische Updates Deiner WordPress Kernfunktionen und Neuerungen von JQuery. Sämtliche Neuheiten werden Dir beim Weiterlesen ausgiebig erklärt werden.

Der Blockeditor Gutenberg und seine Neuheiten in WP 5.6

Mit WP 5.6 kommen einige Funktionen des Gutenberg Plugins mittlerweile auch in den WordPress Kernfunktionen vor. Demnach können Autoren viele Verbesserungen und Änderungen im Editor genießen. So haben Blogger und Webseitenbetreiber in Zukunft eine verbesserte Infotafel, Tastaturnavigation, Blockmuster und eine einfachere Benutzeroberfläche für Drag-and-Drop Vorgänge. Viele neue Themes werden zudem mit den vorkonfigurierten neuen Blockmustern ausgestattet, welche das Einrichten von Standardseiten und Landing-Pages einfacher den je machen sollen. Eine einfachere Fehlerbehebung und neue interessante Blockfunktionen sorgen für ein ansprechenderes Bearbeitungserlebnis:

  • So sind unter anderem der Text, das Layout und die Farbe des Absatzes der großen Kopfzeile aktualisiert.
  • Die Positionierung von Videos und Cover-Blöcken wurde aktualisiert und verbessert. Das bedeutet, dass mit WP 5.6 die Einstellung der Videoposition innerhalb des Cover-Blocks ermöglicht wird. Apropos Videos, mit WP 5.6 unterstütz der Blockeditor nun Deine Videos auch mit Untertiteln. Hierfür muss eine .vtt-Datei hochgeladen werden. Sobald diese hochgeladen ist, können Deine Webseiten Besucher Untertitel in der jeweils bevorzugten Sprache aktvieren. Ein solche .vtt-Datei könnte wie folgt aussehen:
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  • Du kannst mehrere Blöcke zu einem gemeinsamen Spaltenblock konvertieren. Hierfür wählst Du die jeweiligen Blöcke aus, klickst auf die Schaltfläche links oben und transformierst die gewählten Blöcke in eine gemeinsame Spalte. Nun sollten Deine Blöcke wie folgt aussehen:
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  • Der Editor erlaubt es seit WP 5.6 Autoren sogenannte Keyword-Variationen zu speichern. Diese können Bloggern dabei helfen bestimmte Blöcke einfacher zu finden und verbessern somit die Blocksuchfunktion erheblich. Zudem hilft diese Funktion Autoren dabei Blöcke zu entdecken, welche von Drittanbieter-Plugins oder Blockbibliotheken hinzugefügt wurden. Klar, ist diese Funktion bei kleinen Beiträgen relativ überflüssig, bei Beiträgen mit über 2.000 Wörtern hingegen, bist Du durchaus froh darauf zurückgreifen zu können.
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  • Was schon lange überfällig war, wurde mit WP 5.6 Realität: Endlich können Autoren in der Infotafel, neben der Wörter- und Absatzanzahl, endlich auch ihre Zeichenanzahl überprüfen.
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  • Mit Hintergrundmustern kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen. Dazu musst Du bei einem Deckblock ein Musterbild hochladen und dann auf „Wiederholten Hintergrund“ klicken. Wahlweise kannst Du den Fokus-Point ändern. Das empfiehlt sich vor allem bei beworbenen Produkten und Marken – damit gibst Du dem Produkt mehr Fokus und sorgst für eine stärkere Brand-Awareness.
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  • Neben den Hintergrundmustern in Blöcken kannst Du von nun an auch Deinen Listenblock eleganter gestalten, indem Du die sowohl Text- als auch Hintergrundfarben beliebig wählst, ohne die jeweilige Liste in einen anderen Block einfügen zu müssen.
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  • Gutenberg passt sich immer mehr den bekannten Page-Buildern wie Elementor an, so kannst Du ab WP 5.6 auswählen, wie Deine Social Media Icons im Beitrag angezeigt werden sollen. Auch wie Deine Social Media Links geöffnet werden sollen ist bearbeitbar – Im einem neuen Tab oder im Bestehenden öffnen.
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  • Last but not Least – kannst Du endlich Deine Bildgröße so bearbeiten wie Du sie für richtig hältst. Seit Gutenberg 9.1 wählst Du einfach die für Dich passende Bildgröße aus.

Das neue Theme: Twenty-Twenty-One

Wie jedes Jahr veröffentlichst WordPress auch dieses Jahr das neue Default Theme „Twenty-Twenty-One“. Es ist einfach, elegant, ästhetisch und regt zum Designen an. Heuer wird es in einem Pastellgrünen Hintergrund mit grauer Schrift geliefert – sieht ein wenig „Arty“ aus.

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Keine Sorge, denn sollte Dir die Farbe nicht zusprechen, kannst Du sie wie gewohnt unter „Customizing“ ändern. Heuer liegt der Fokus merklich auf Pastellfarben – angenehm und wohltuend für Deine Leser.

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Möchtest Du Deinen Lesern einen Darkmode-Support anbieten, kannst Du diesen ebenso im „Customizer“ auswählen. Achte jedoch darauf, dass Dein Logo mit dem Darkmode kompatibel ist und nicht untergeht.

Die Typografie ist simple wie in den Vorjahren und entspricht jedem Child-Theme. Das Twenty-Twenty-One Theme ist sehr minimalistisch, mit einer Sidebar, einem einspaltigen Layout und zwei Menüpunkten, welche für die Footer-Navigation und für die Header-Navigation sind. Das neue Theme unterstütz insgesamt neun Postformate, welche Du in den Einstellungen Deines Editors unter „Status & Sichtbarkeit“ auswählen kannst. Diese sind: Galerie, Zitat, Status, Video, Chat, Audio, Link, Bild und Sonstiges.

Automatische Updates Deiner WordPress-Hauptversion und Deiner Plugins

Du fragst Dich wahrscheinlich, was daran neu sein soll, denn letztendlich sind, seit WP 3.7 automatische Aktualisierungen gang und gäbe. Falsch, von nun an kannst Du auch alle Deine Hauptversionen automatisch updaten lassen. Zwar wurden mit WP 5.5 automatische Updates Deiner Themes und Plugins eingeführt, WP 5.6 toppt das Ganze aber noch! Von jetzt an soll es viel einfacher sein Deine Webseite mit allen ihren Features, Plugins und Themes automatisch aktualisieren zu lassen – und das ganz ohne Coding. Mit WP 5.6 erhältst Du eine neue Dashboard Benutzeroberfläche, bei der Du nur einen Knopfdruck benötigst, um alles automatisch aktualisieren zu lassen. Unter „Dashboard“ klicke auf „Automatische Updates aller Deiner WordPress Versionen zulassen“ und aktiviere die Funktion.

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Achtung: Es ist zwar durchaus wichtig Deine Plugins und Themes immer am neuesten Stand zu halten – das gestaltet Deine Webseite für Dich und nicht zuletzt für Deine Nutzer sicherer – allerdings solltest Du diese Funktion auch mit genügend Sorgfalt genießen. Manch ein Update birgt nicht nur Vorteile mit sich – denk nach, bevor Du diese Aktion aktivierst.

Zudem kannst Du die Aktivierung der automatischen Core-Aktualisierungen nur mehr aus folgenden zwei Gründen aufheben lassen: Wartung und Sicherheit.

Kommen wir aber wieder zu den Vorteilen der Aktualisierungsfunktion. Die Neuerung in WP 5.6 verfolgt das Ziel das gesamte WordPress-Netzwerk – welches mittlerweile knapp 30% des Internets einnimmt – sicherer und mittels regelmäßiger Updates unproblematischer zu gestalten.

Verbesserter Support für PHP 8.0

WordPress ist wie bekanntlich zu einem sehr großen Teil in PHP geschrieben. Ebenso wie WordPress bringt natürlich auch PHP laufend neue Versionen heraus. Eines der wichtigsten Ziele von WordPress ist es immer gleich auf mit der neuesten Version von PHP zu sein. Derzeit ist die neueste Version PHP 8.0. Die Entwickler von WordPress haben alles Erdenkliche getan, ihr CMS bestmöglich mit der neuesten Version von PHP kompatibel zu gestalten. So sollte gewahrt sein, dass Autoren und Webseiten Betreiber möglichst problemlos auf PHP 8.0 updaten können, ohne großflächige Probleme aufkommen zu lassen. Bis WordPress vollständig mit PHP 8.0 kompatibel ist, wird es allerdings noch eine Zeit lang dauern – weit über den Release von WP 5.6 hinaus. WordPress verspricht aber, dass für die meisten herkömmlichen Funktionen mittlerweile ein ausreichender Support und eine hohe Kompatibilität gewährleistet ist. Allerdings müssen die einen oder anderen Theme- und Plugin-Entwickler möglicherweise noch ihren eigenen Code auf Kompatibilität und Funktionsfähigkeit testen. Wir können also einen guten Support für PHP 8.0 im WordPress-Core erwarten, Themes und Plugins müssen jedoch immer noch separat überprüft werden – es wird von einer sogenannten „beta-Kompatibilität“ gesprochen.

Application Passwörter für Drittanbieter-Apps

Was für den durchschnittlichen WordPress User weniger interessant ist, ist für Entwickler umso faszinierender. Mit der Installation von WP 5.6 ist es nun Entwicklern möglich, sogenannte Anwendungspasswörter in und für WordPress zu verwenden. Das bewirkt, dass Entwickler, wie bei Google, Facebook & Co., Drittanbieter-Apps den Zugriff auf ihre Webseite gewähren können und vom Benutzer-Dashboard aus, unter „Profil“ verwalten können. Weil Sicherheit natürlich immer ganz weit oben steht, verwendet WordPress Cookies und Nonce-Keys, damit nur legitimierte Benutzer auf die API zugreifen können. Diese API – REST-API – ermöglicht es den Entwicklern auch außerhalb der WordPress-Installation mit Deiner Webseite zu kommunizieren. Der Grund für diese Änderung bzw. Neuheit war, dass immer mehr Menschen WordPress auf der mobilen Version nutzen und mit Drittanbieter-Apps koppeln. Dieser Prozess soll eben erleichtert und sicherer gemacht werden. Die Passwörter sind 24 Zeichen lang und werden in der Regel automatisch generiert. Ein Klick auf „widerrufen“ kann der Drittanbieter-App den Zugriff jederzeit entziehen.

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Updates und Änderungen Deiner Site-Health

Das Site-Health-Tool führt verschiedenste Sicherheitstests durch und hilft Entwicklern dahingehend weiter, dass sie jederzeit über den Zustand ihrer Webseite informiert sind. Mit WP 5.6 wurden diverse Verbesserungen und Änderungen des Site-Health Tools eingeführt. So wird von nun an die Site-Health-Komponente anders validiert und deren Prüfung verändert gehandhabt. Mit dem neuen Datenformat-Validator werden ungültige Antworten nicht mehr zum Site Health-Indikator gezählt, sondern direkt verworfen. Das verhindert, dass Dein Site-Health Tool verheerende Fehler verursacht und die weiteren Kontrollen stoppt.

Aktualisierung von JQuery

Mit WP 5.5 wurde ein 3-Stufen-Plan der neuen Version von JQuery vorgestellt. In WP 5.6 befindest Du Dich in der zweiten Stufe – quasi Halbzeit. WP 5.7 sollte dann die dritte Stufe initiiert werden. Da die neue Version von JQuery demnach in WP 5.6 nicht vollständig validiert wurde, solltest Du die Neuerung mit Vorsicht genießen, indem Du Dir sicherheitshalber das Plugin „Test JQuery Updates“ installierst. So verhinderst Du, dass grobe Fehler auf Deiner Webseite auftreten. Sollten dennoch Fehler auftreten, installiere zudem auch das Plugin „Enable JQuery Migrate Helper“.

Einfachere Zugänglichkeit

WP 5.6 ist unter anderem auch mit den Richtlinien für Barrierefreiheit kompatibel und wird mit einem Feature Plugin geliefert, welches automatisch die Struktur der Zugänglichkeitsbeschränkung Deiner Webseite generiert. Von der Struktur ähnelt dieses Plugin der Datenschutzrichtlinie und enthält Vorlagen, welche Du bearbeiten und auf Deine Website veröffentlichen kannst. Der Text ist zudem so geschrieben, dass jegliche Kontexte und Rechtsordnungen unterstützt werden können.

Vebesserte Layout Flexibilität

Zu guter Letzt verhilft WP 5.6 mit seinen verschiedensten neuen Tools seinen Nutzern mehr Layouts einfacher und vor allem ohne Code zu bearbeiten. Einige wichtige Tools wurden bereits im Abschnitt Blockeditor genannt, allerdings sind das noch längst nicht alle. Stürze Dich ins Geschehen, installiere Dir WP 5.6 und probiere die Neuheiten selbst aus.

Conclusio zu WP 5.6

WP 5.6 ist endlich da und auch wir sind gespannt mit wie viel Zustimmung der breiten Masse zu rechnen ist. Wenn Du Dir die neue Version schon nicht direkt installierst, empfehlen wir Dir dennoch sie in einer sicheren Umgebung zumindest auszuprobieren. Die Neuheiten und Änderungen kennst Du ja nun. Solltest Du gleich mit der Installation der neuen Version beginnen möchten, legen wir Dir erneut nahe vorab ein Backup Deiner gesamten WordPress Webseite zu machen.

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